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Freitag, 01. August 2008

Olympia? Nein danke!

Warum es wichtig ist, auch einmal nicht auf "political correctness" zu setzen und seine Meinung zu sagen. Oder: Warum uns Freiheit mehr bedeuten sollte als von der Wirtschaft gesponserte sportliche Großveranstaltungen.

Olympia? Nein danke!

Olympia? Nein danke!

Wenn in 5 Tagen die Olympische Flamme entzündet wird, ist der noch im April heftig geführte Disput über Tibet und die Olympischen Spiele zum größten Teil wieder aus den Medien verschwunden. Klar, "kritische" Berichterstattung könnte ja den "Frieden der Spiele" stören, vor allem, wenn sie sich gegen das veranstaltende Land und dessen Regime richtet.

Doch nicht nur die linientreuen Genossen in Peking werden erfreut sein, daß die unleidlichen Reportagen und Interviews aus Tibet selbst aus "YouTube" weitgehend verschwunden sind - nein, vor allem die Sponsoren des "Mega-Events" dürften der chinesischen Polizei und den Geheimdiensten dankbar sein, daß neben Ihren teuer erkauften Werbetafeln und -displays rund um die Wettkampfstätten keine "Free Tibet" Slogans zu lesen stehen und sich seltsamerweise auch die Zunft der Journalisten inzwischen eher "neutral" verhält. Kein Wunder, auch hier wächst die Furcht vor dem Verlust von Anzeigen und PR-Kunden - nicht nur chinesischer Auftraggeber übrigens, auch dieser Markt ist bereits weitgehend "globalisiert".

Wäre es nicht durchaus vorstellbar, daß z.B. ein Sportredakteur eines deutschen Blattes sich vielleicht zwar schwer durchatmend dann doch eher still hält, als es sich mit einigen seiner Kunden zu "verscherzen", die er sich langjährig mühsam in seiner nebenberuflich geführten PR-Agentur aufgebaut hat? Nein? Das gibts bei uns nicht, Pressefreiheit und so? Dann wollen wir doch alle hoffen, daß wir diese Pressefreiheit noch lange behalten und sollten sie als eines der wertvollsten Güter einer demokratischen Gesellschaft mindestens ebenso schätzen wie die "Freiheit" im allgemeinen.

Die vielen Dissidenten und ohne rechtskräftige Urteile weggesperrten Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten in den chinesischen Gefängnissen würden mir an dieser Stelle sicherlich recht geben ...

Von: jw


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