Die Alte Kapelle gilt als die älteste Kirche Bayerns, Legenden zufolge geht sie auf den römischen Tempel der Juno im damaligen Castra Regina zurück, der sich an dieser Stelle - dem heutigen Kornmarkt - befunden haben soll. Etwa um das Jahr 700 wurde der Agilolfinger Theodo II. vom heiligen Bischof Rupert in dieser Kirche getauft, die damals als Hofkapelle diente.
Historische Quellen belegen, dass sich am Alten Kornmarkt spätestens seit dem Ende des 7. Jahrhunderts eine Pfalzkapelle befunden haben musste. In einer Urkunde Ludwigs des Deutschen aus dem Jahr 875 wird eine der Gottesmutter Maria geweihte Kirche samt zugehörigem Kollegiatsstift dann erstmals schriftlich erwähnt.
Im Jahre 887 wählte Kaiser Arnulf für die kaiserliche Pfalz einen anderen Ort, daher wurde die Alte Kapelle nicht mehr gebraucht und verfiel. Erst als Kaiser Heinrich II. seine Residenz im Jahr 1002 dorthin zurück verlegte, wurde die Alte Kapelle wieder aufgebaut und das Kollegiatsstift erneuert.
In den Jahren 1441 - 1452 wurde an das romanische Kirchenschiff ein spätgotischer Hochchor angebaut. Ab etwa 1747 erfolgte schließlich die prächtige Umgestaltung im Rokokostil durch die Augsburger Maler Gottfried Bernhard Götz und Christoph Thomas Scheffler sowie den Bildhauer Simon Sorg und den Stukkateur Anton Landes.
1964 wurde die Kirche von Papst Paul VI. - aufgrund ihrer Tradition und Bedeutung als „Bayerische Mutterkirche“ für die Christianisierung Bayerns - zur „Basilica minor“ erhoben. Am 13. September 2006 weihte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Pastoralbesuchs in Regensburg die neu eingebaute Kirchenorgel, die seitdem den Namen „Papst-Benedikt-Orgel“ trägt.
Berühmt ist die Alte Kapelle aufgrund der sog. Gnadenkapelle mit dem Gnadenbild, das die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind zeigt. Der Legende nach vom Evangelisten Lukas gemalt, schenkte Papst Benedikt VIII. es Kaiser Heinrich II. zur Kaiserkrönung am 14. Februar 1014. Von diesem wurde es der Alten Kapelle gestiftet und befand sich bis ins 17. Jahrhundert im Chor der Stiftskirche.
Zu dieser Zeit soll in der Alten Kapelle ein Wunder geschehen sein, bei dem ein blind geborener Junge wieder sehen konnte. Um es dem Volk besser zugänglich zu machen, wurde das Gnadenbild daraufhin in die ehemalige Jakobskapelle verbracht, die seitdem als „Gnadenkapelle“ bezeichnet wird und das Ziel vieler Wallfahrer aus der ganzen Welt geworden ist.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Gnadenbild 1810 in die Galerie des Schleißheimer Schlosses und danach in das Bayerische Nationalmuseum überführt, im Stift verblieb lediglich eine Kopie. Erst im Jahre 1864 wurde es wieder feierlich an seinen alten Platz zurückgebracht.
Die neue Orgel - zu Ehren des Papstes Papst-Benedikt-Orgel genannt - wurde im Jahre 2006 in der Alten Kapelle, die gleichzeitig auch Päpstliche Basilika ist, eingebaut und am 13.9.2006 von Papst Benedikt XVI. anlässlich seines Besuches in Regensburg geweiht. Die neue Orgel wurde nach dem Vorbild des Originales von 1791 gebaut, das damals vom Nabburger Orgelbaumeister Andreas Weiß für die Alte Kapelle errichtet worden war.
Sie dürfte damit die derzeit einzige persönlich vom Papst geweihte Orgel sein. In seiner Ansprache wies Papst Benedikt auf die kirchenmusikalische Tradition der Alten Kapelle hin und hob dabei auch die große Bedeutung der Kirchenmusik für die Liturgie hervor.
Weitere Informationen auf der Website der Papst Benedikt Orgel
Die Alte Kapelle in RegensburgISBN-Nr.: 3795414962
von Werner Schiedermair
Das Kollegiatstift "Unsere Liebe Frau zur Alten Kapelle" feierte ihr tausendjähriges Bestehen: Heinrich II. hatte 1002 die "Alte Kapelle" - nachdem er sie wieder instand gesetzt hatte - als Pfalzkapelle gewählt. Anlässlich der 750-Jahr-Feier erhielt die Kirche zwischen 1750 und 1790 eine neue Raumschale im Stil des Rokoko. Der vorliegende Prachtband stellt umfassend die Geschichte und die künstlerische Ausstattung der Alten Kapelle, von Kirche und Kollegiatstift vor.
Als Autoren konnten durchweg führende Fachleute ihres Gebietes gewonnen werden, die nach mehrjährigen Vorbereitungen ihre neuesten Forschungen mit teilweise überraschenden Resultaten vorstellen.
Der Band besticht durch seine gute Lesbarkeit
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