Die Steinerne Brücke, neben dem Dom das Wahrzeichen der Stadt, ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und Ausdruck des Reichtums und des Wagemuts der Regensburger Bürger. Sie ist die älteste, ausschließlich aus Stein erbaute und noch heute voll funktionsfähige Brücke Deutschlands.
In den Jahren 1135 - 1146 unter dem Welfenherzog Heinrich X. und dessen Nachfolgern errichtet, überspannt die ursprünglich 330 Meter lange Brücke mit insgesamt 16 Bögen, 15 davon noch heute sichtbar, die Donau. Von den drei Türmen, die einst die Brücke festigten, ist nur noch der Brückenturm erhalten. An dessen Nordseite befinden sich mehrere bedeutende Steinskulpturen aus dem 13. Jahrhundert und eine Königsfigur mit Falke, die Friedrich II. darstellen soll.
Der Brückturm wird heute von den beiden Salzstadeln flankiert, dem Amberger Salzstadel, der jetzt Studenten als Wohnheim dient und dem reichsstädtischen Regensburger Salzstadel, errichtet 1616 - 1620, der vor allem mit seinem mächtigen fünfgeschössigen Dachstuhl beeindruckt.
Gleich daneben befindet sich die Historische Wurstküche, die angeblich bereits während des Brückenbaus als Kantine für die Arbeiter gedient haben soll. Die "Wurstkuchl" gilt als das älteste Lokal Regensburgs.
Vielfältig waren die Funktionen. Einziger Flußübergang zwischen Ulm und Wien, Grenzübergang zwischen der Freien Reichsstadt Regensburg und der bayerischen Stadt Stadtamhof und nicht zuletzt Prestigeobjekt der wohlhabenden Handelsstadt.
Zahlreiche Geschichten und Sagen ranken sich um den Bau der Steinernen Brücke. Die wohl bekannteste erzählt von der Wette zwischen dem Brückenbaumeister und dem Dombaumeister, wessen Bauwerk als erstes fertig werden würde. Mit Hilfe des Teufels gewann schließlich der Brückenbaumeister diese Wette. Die Figur des Bruckmandls, die spöttischen Blickes Richtung Dom schaut, soll noch heute an diesen Streit erinnern. Darüberhinaus symbolisiert das Bruckmandl die Freiheitsrechte der Stadt Regensburg.
Edith Feistner: Die Steinerne Brücke in RegensburgISBN-Nr.: 379541699X
Die Reihe "Forum Mittelalter" stellt verschiedene Aspekte der mittelalterlichen Kulturgeschichte Regensburgs vor. Wissenschaftler der jeweils einschlägigen Disziplin präsentieren dazu Baudenkmäler, Dichtungen, Persönlichkeiten und Ereignisse. Aus der Summe der einzelnen Bände entsteht so ein anschaulicher, facettenreicher Querschnitt durch die Kultur des Regensburger Mittelalters. Regensburg war im Mittelalter eine Metropole von erstrangiger europäischer Bedeutung. Hier kreuzten sich die Handelsströme, hier verband sich Ost und West, hier wurden einzigartige Kulturgüter geschaffen.
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