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Freitag, 14. Mai 2010

Schrott - Made in China

Geht es Ihnen nicht auch manchmal auch so? Sie können den billigen Krempel nicht mehr sehen, der fast immer aus China stammt und uns so häufig den Alltag gründlich vermiest?

Schrott - Made in China

Schrott - Made in China

Früher waren es für uns selbstverständlich Dinge zu kaufen, auf denen das Güte-Siegel „made in germany“ prangte. Heute können wir kaufen was wir wollen – letztendlich kommt nahezu jeder Schrott aus dem Land des Lächelns, welches uns persönlich meist inzwischen angesichts der katastrophal schlechten Qualität einschlägiger Produkte aus dem Gesicht gewichen ist.

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Ein vor zwei Jahren gekaufte CD/Kassetten/Radio-Kombination eines bislang recht renommierten holländischen Herstellers gab vor wenigen Wochen – kurz vor Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist – komplett den Geist auf. Gerade noch rechtzeitig (ich bin ja nicht blöd!) zurück zum Markt gebracht, in dem es gekauft worden war, die gute Nachricht: Ich erhalte als Austausch ein komplett neues Gerät. Wunderbar, toller Service – nur: Das letzte vergleichbare Gerät hatte seltsamerweise fast 10 Jahre (!) gehalten, obwohl die damalige Gewährleistungsfrist nur ein halbes Jahr betragen und das Teil nicht mal aus Europa, sondern aus Japan gestammt hatte.

Aber – einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – oder doch? Mein Blick fällt auf die Beschreibung des vermeintlichen Holländers: „Made in PRC“. PRC? Die Wikipedia sorgt für Aufklärung: „Peoples Republic of China“ - Oh nein! Gibt’s denn nicht irgendwo noch vernünftige Produkte aus sorgfältiger Herstellung, auf die man auch einige Jahre länger zählen darf? Lassen denn heute wirklich auch die letzten der bisher authentischen Hersteller ihre Produktlinien in diesem „Land des Grauens“ - zumindest was die Produktqualität betrifft - fertigen?

Nun habe ich wahrscheinlich wieder ein Gerät bekommen, das überläuft von giftigen Farbstoffen und Weichmachern, ein Teil voller technischer Fehler und gefährlicher Schwachstellen genau dort, wo es richtig gefährlich werden kann: Netzteile, die Kurzschlüsse oder Kabelbrände verursachen können, explodierende Akkus und andere schöne Überraschungen! Kaum sehe mir den CD-Teil etwas näher an, scheinen sich meine schlimmsten Befürchtungen zu bewahrheiten: Die CD-Klappe bricht beinahe schon beim Anschauen ab (billigster, dünner Kunststoff), der Lautstärkeregler arbeitet offensichtlich nach dem binären Prinzip (geht / geht nicht), das Radio-Empfangsteil scheint wohl eher auf chinesische Frequenzen geeicht zu sein, mit denen aus Regensburg kann es irgendwie nicht viel anfangen.

Na ja, das ist dann in kurzer Zeit wohl der zweite Produktfrust, beim letzten gings kürzlich um einen bei der Import-Marke einer großen Kaffee-Kette eingekauften Keramik-Kaffeefilter, der für zwei Tassen über 20 Minuten benötigt - liegt offensichtlich an falsch gebohrten Löchern. Wenn bei einfachen Artikeln selbst derart grundlegende "Funktionen" fehlen, ist es auch nicht mehr verwunderlich, wenn es bei elektronischen Geräten zum Totalausfall kommt. Wie sehen denn bei solch "hochwertigen" Produktionsmethoden Produkte wie Autos, Flugzeuge oder gar Kernkraftwerke (!) aus ...

Nur Einzelfälle? Wohl kaum, wenn wir die Dimension dieses weit verbreiteten Phänomens betrachten: Sehen Sie doch einfach mal die Gebrauchsanleitungen neu gekaufter Produkte hinsichtlich Wortschatz und Grammatik etwas genauer an und Sie werden feststellen, es gibt durchaus Grund zur Besorgnis! Bei vielen Produkten lässt sich gar nicht mehr feststellen, woher sie wirklich stammen, und dort wo dies noch gelingt, finden wir sehr häufig das oben beschriebene Kürzel ("PRC"). Wir Verbraucher werden hier offenbar nur noch über den Tisch gezogen. Und womit? Mit Recht, denn wer immer nur auf die Produkte mit den allerkleinsten Preisen schielen mag („Geiz ist Geil“ „Billiger geht’s nicht“ etc.), braucht sich nicht zu wundern, wenn er zum Schluss auch auf dem billigsten Schrott sitzen muss – denn der kommt halt in erster Linie aus China.

Die Gründe liegen auf der Hand: Ausbeutung von Arbeitskräften, Unterdrückung der Menschenrechte, staatlich garantierte Durchsetzung von Lobby-Interessen, Umweltstandards spielen keine Rolle – Alles glasklare Vorteile eines diktatorischen Regimes, auch wenn sich kaum ein deutscher Politiker soweit auf ein ehrliches Terrain begeben wird, dieses auch als solches zu bezeichnen. Derartiges könnte schliesslich ähnlich negative Reaktionen seitens der chinesischen Machthaber hervorrufen wie etwa ein Shake-Hands mit dem Dalai Lama.

Weit sind wir gekommen, wir Europäer und insbesondere wir Deutschen. Einst als Vorzeigeland von Wirtschaftswunder und sozialer Marktwirtschaft gestartet, sind wir in den letzten Jahren mehr und mehr zu Wasserträgern der alles beherrschenden Bank- und Versicherungskonzerne verkommen. Und schlimmer noch: Die zunehmende Globalisierung führt inzwischen auch im Inland zu derart unsozialen, unökologischen und undemokratischen Varianten des Wirtschaftens, dass sich dem neutralen Betrachter in der Tat der immer häufiger zitierte Begriff des Raubtierkapitalismus aufdrängen mag.

Für viele heutige Unternehmen scheint der Sinn der wirtschaftlichen Tätigkeit nur noch darin zu bestehen, aus einem Produkt auch noch das letzte Quentchen an Profit herauszuquetschen. Qualität, Nachhaltigkeit und Mitarbeiterbindung bleiben dabei ebenso jämmerlich auf der Strecke wie die eigene Identität und Authentizität.

Doch solange die Verbraucher nicht endlich auf die Barrikaden gehen und den minderwertigen Produkten aus der „Volks“-Republik die rote Karte zeigen, werden sich die Zustände in unseren Läden wohl kaum ändern.

Wenns auch mühsam und kurzfristig gesehen teurer ist: Die Suche nach Qualität „Made in Germany“ kann anregend und aufschlussreich sein. Denn irgendwo da draussen gibt es sie noch, die engagierten, innovativen und mutigen Unternehmer, für die das eigene Renommee noch einen Stellenwert hat und die keine Lust dazu haben, vor chinesischen Investoren und deutschen Billig-Schnorrern auf die Knie zu fallen.

Von: Jürgen Weinzierl


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